Pause und Wiedereinstieg. Wenn das Herz schmerzt.

by Rachel Galbiati

In diesem Jahr hatte ich eine etwas längere Kreativitäts-Pause bzw. eher „Blockade“. Das Bild Kräuterfee habe ich am April gemalt und es war das letzte für eine ziemlich lange Zeit. Obwohl ich zwischendurch immer wieder Versuche gestartet hatte, kam doch nie wirklich etwas dabei heraus. Nichts, das ich wirklich als „fertig“ betrachtete oder mich zufrieden stellte, mich wiederspiegelte. Im Kopf wusste ich genau: Malen, Wirken, ja, das würde mir jetzt gut tun. Aber ich konnte einfach nicht. Es ging mir nicht von der Hand und mir fehlten die Ideen. Null Inspiration. Gar nicht einfach auszuhalten für eine Künstlerin. Erst recht nicht, wenn man ein sehr emotionaler Mensch ist, jemand der einen unendlichen Reichtum an Gefühlen hat und manchmal gar nicht weiss, wohin damit. Das Malen dient mir als Kanal, als Verarbeitung. Und wenn ich es nicht tue, bzw nicht kann, dann wird es schwierig. Es staut sich vieles an und oft stellt sich eine Unzufriedenheit ein. Überlagerungen von Emotionen, Gefühlen, Gedanken. Schichten, die einem dann von seiner Mitte, seiner Quelle „trennen“ bzw. sie verdecken und nicht mehr fühlbar machen. So fühlt mich sich oft verloren, spürt die Kraft nicht. Ich „weiss“ zwar (verstandesmässig), dass dieser Kern immer in mir und nicht wirklich verschwunden, sondern nur überdeckt ist. Doch was tun, wenn die inneren Bilder, die Farben, nicht fliessen und sprühen und gelebt werden wollen? Tja, dann bedarf es wohl an guten „Helfern“. In welcher Form auch immer. Im Herbst war es eine liebe Freundin, die mir einen Link zu einem für mich goldwerten Video schickte. Den Clip zum Lied „Try“ von Pink. Das Lied, die Lyrics und besonders die Choreografie haben mich schon beim ersten Hören und Schauen tief berührt und eine unglaubliche Inspiration in mir freigesetzt.

Auszug vom Text:

Where there is desire
There is gonna be a flame
Where there is a flame
Someone’s bound to get burned
But just because it burns
Doesn’t mean you’re gonna die
You’ve gotta get up and try try try
Gotta get up and try try try
You gotta get up and try try try

Ich empfand den Text so passend, besonders bestimmte Zeilen. Es war einfach wieder mal ein wunderbarer „Zufall“ der vieles ausgelöst hat. Ich konnte ENDLICH wieder malen. Mein erstes Bild nach einem halben Jahr Pause. So entstand „Trauer“ im Oktober.

Es ist die Verarbeitung von Verlust, Weh. Wenn das Herz schmerzt. So viele Szenen haben mich im Clip angesprochen, aber dieser galt es einen persönlichen Ausdruck und Farbe zu verleihen. Es war das, was anstand. Schmerz.

Dieses wunderbare Lied kam genau passend zu allen Veränderungen, allen Wandlungen. Und es inspirierte mich selbst zu einer kleineren grösseren Veränderung. Ich liess mir nämlich meine ellenbogenlagen Haare im November ziemlich kurz abschneiden. Es war wie ein Befreiungsschlag. Es symbolisiert die Verabschiedung von „alten Zöpfen“ und zeigt nun im Aussen, wie viel sich gewandelt hat in meinem Innern in den vergangen spannenden zwei Jahren. Es fühlt sich wunderbar an. Einfach stimmig. Love it!

Dieses Bild war also mein kreativer Wiedereinstieg in diesem Jahr.

 

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