Eine Macherin

Eine Macherin

by Rachel Galbiati

Ich bin eine Macherin! Durch und durch. Ich war schon immer gerne kreativ und habe gerne Projekte umgesetzt, angepackt, etwas erschaffen. Doch seit einer Weile manifestiert sich diese Macherin-Energie so intensiv wie noch nie.

Ein kreatives Leben

Kreativität spielt in meinem Leben schon seit Jahren eine wichtige Rolle. Das ist der Hauptgrund, warum ich seit fast 9 Jahren Teilzeit arbeite und wöchentlich eineinhalb Tage zur Verfügung habe, mich meiner Kreativität zu widmen. Bisher dachte ich, dass „kreativ sein“ für mich hauptsächlich Malen und Zeichnen bedeutet. Doch nun wird mir klar, wie mannigfaltig sich Kreativität leben, erschaffen und ausdrücken lässt. Mein bisher romantisches (und mit Druck erfülltes) Bild vom „Künstlerin sein“ weitet sich mehr und mehr aus und geht langsam über die von mir selbst erschaffenen Grenzen und Ansprüche hinaus. Zum Glück! Ich fühle mich so viel freier, seit ich über den Tellerrand hinaus gucke. Zur bildenden Kunst sind das Kunsthandwerk, die Küche und der Garten dazu gekommen.

Eine Million Projekte

Seit einer Weile bin ich am Häkeln. Keine Ahnung, wie ich darauf (zurück) gekommen bin. Ich habe mein halbes Leben lang keine Häkelnadel mehr in den Händen gehabt. Doch Dank sei Youtube! So kann man alles wieder lernen. Und es ging ganz schnell, als hätten die Hände selbst ein Gedächtnis. Nun sind schon hübsche Kleiderbügel, Baby-Schuhe, ein Plüschtier, ein Körbchen und ein Stirnband entstanden. Mein nächstes Projekt ist ein Pullover! Ausserdem habe ich mich an Makramee versucht und bin begeistert! Der erste Wandbehang ist fast fertig. Unheimlich toll! Weiter habe ich mit Linolschnitten und -drucken begonnen. Das macht mir ebenfalls grosse Freude! Neu bin ich jetzt auch am Wasserkefir brauen und versuche mich am Fermentieren und Einmachen. Zudem bauen mein Partner und ich passend zum Frühlingsanfang unsere Hochbeete zusammen. Nun werden wir auch noch zu Gärtnern und wollen neben Kräutern und Blumen auch eigenes Gemüse anbauen.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Ich habe mich in meiner Familie (naiverweise) immer etwas als Exot gefühlt mit meinem Mal-Talent. Doch mittlerweile ist mir klar, dass ich mit dieser Annahme weit gefehlt habe. Im Gegenteil: ich komme aus einer sehr kreativen Familie; ja, aus einer Macher-Familie. Mütterlicher- sowie väterlicherseits. Egal ob als Unternehmer oder im Haushalt, ob als Hobby oder als Beruf. Es wurde und wird gebaut, gesägt, geschraubt, gewerkelt, gegärtnert, eingemacht, fermentiert, gebacken, gekocht, gebastelt, genäht, gehäkelt, gestrickt, gezeichnet, gemalt. Und bestimmt noch vieles mehr. Es tut mir so gut, diese vielfältigen Talente nun endlich zu erkennen und mich als Teil davon zu sehen. Eben AUCH eine Macherin zu sein.

Ich erfreue mich sehr an all diesen neuen kreativen Welten, die sich mir gerade eröffnen. Mein Leben fühlt sich so viel reicher und freudiger an. Falls ihr also auch mal die Lust verspürt habt, etwas auszuprobieren: MACHT ES EINFACH! Es ist so schön!

Rachel Fischlin ist eine Macherin

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